Mounia

Mounia (29) ist in Bonn geboren und in Frankfurt am Main aufgewachsen. Ihre Eltern haben sich früh scheiden lassen. Während ihr Vater mittlerweile wieder in Marokko lebt, hat ihre Mutter ihre große Liebe gefunden und noch einmal geheiratet. Neben ihrer älteren Halbschwester hat Mounia noch eine jüngere Schwester und zwei jüngere Halbgeschwister. Sie bezeichnet sich als Deutsch-Marokkanerin, und ist glücklich, hier in Deutschland zu leben. Besonders ihre Wahlheimat Frankfurt am Main hat es ihr angetan: Sie kann sich nicht vorstellen, woanders zu leben.

Mounia hat erst eine Ausbildung zur Sozialassistentin gemacht und anschließend als Erzieherin in einer Kita gearbeitet. Ihr Ehemann Adel hat studiert und arbeitet im Vertriebswesen. Eigentlich ist es in der marokkanischen Kultur üblich, nach der Hochzeit schnell Kinder zu kriegen. Mounia und Adel haben sich dafür aber fünf Jahre Zeit gelassen und sind viel in der Welt herumgereist, bevor sie ihre Tochter bekommen haben, um die sie sich gemeinsam kümmern. Nach einem Jahr Elternzeit hat Mounia ihre Arbeit wieder aufgenommen. Inzwischen leitet sie eine Kindergrippe.

Trotz populistischer Tendenzen in der Politik, fühlt sie sich heute mit ihrer Kultur besser angenommen als vor 10 Jahren. Wo es früher noch abschätzige Kommentare gegeben hat, stößt sie heute eher auf Interesse – zumindest in ihrer Wohngegend, in der Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenleben. Ihrer Meinung nach ist das Bild von Marokkanern in Deutschland differenzierter geworden. Auch ihre Tochter Lina, die genauso kommunikativ und quirlig ist wie Mounia selbst, trägt dazu bei, gängige Klischeevorstellungen zu widerlegen. Und doch hat Mounia das Gefühl, dass sie sich mehr Mühe geben muss, um den Erwartungen an sie als gute Mutter und integrierte berufstätige Frau gerecht zu werden.